Loondon ist ein atmosphärisches Point & Click -Adventure im Stil von Machinarium. Auch wenn das Spiel an sich nicht grade Originalitätspreise gewinnt, grafisch ist das Ganze wunderschön und erinnert ein bisschen an die Kinderbuchillustrationen von Klaus Ensikat .Und im Endeffekt ist Loondon dann doch etwas mehr twisted, als das der erste Eindruck vermittelt.
Zur Erinnerung: Den Schiffsverkehr in Echtzeit gibts schon eewig, mal ehrlich, das holt keinen alten Hund mehr hinter dem Ofen hervor (was ein alter Hund hinterm Ofen macht ... aber lassen wir das). DAS HIER ist hingegen extrem superoberessenziell und extrem wichtig. In Kanada hat gerade jemand ein Buch über Antiislamismus bestellt, und in Norwegen wurde gerade ein Buch über englische Strickmuster geordert. In Brasilien hat grad wer was über Tarot gekauft! Aaaaaaah, wohlschmeckende, köstliche Information, sabber, geifer, gier. Pardon. Hab ich schon erwähnt, dass das in Echtzeit passiert? In Echtzeit!! Im Gegensatz zur billig aus dem ehemaligen Ostblock reingeschmuggelten Falschzeit , aber lassen wir das.
Falls man also wieder mal um vier Uhr früh munter wird und nicht mehr einschlafen kann weil man erfolglos darüber gegrübelt hat, was wohl gerade in Buttfuque, Ohio, bestellt wird: Rettung ist da!
Und als Krönung, einfach so, hier ein Bild von einem Igel, der ganz schön dumm in die Röhre schaut. Heut gibts wieder mal nur oberaffengeilen Content auf tamtam, aber echt.
Die Brüder und Fimmusikspezialisten Jon und Al Kaplan haben dem Gouvernator in mehreren Musical-Varianten seiner größten Filmhits würdige Denkmäler gesetzt: Beim Weiterlesen gibt's noch Conan the Barbarian - The Musical und Total Recall. Auf der Webseite finden sich auch noch weitere Musicalisierungen von bekannten 80er-Jahre Actionkrachern. Perfekt gesmacht, wunderbarst gesungen, liebevoll mit Video versehen. Würd ich mir im Theater an der Wien ansehen!
Der Herbst naht, das scheint mich zumindest, trotz Ausweichmanövern, zum Ambient hinzubewegen. Ein sowieso eh fantastischer Track, begleitet von einem hübschen Video, das aus altem DOkumaterial zusammengeschnitten wurde. Spooky monkeys, aber wunderbare Musik. Boards of Canada-Sound ist voll von lebensnotwendigen Mineralien und Spurenelementen, übrigens.
Diese Franzosen! Während in Ozora die französischen DJs eher für verärgertes Kopfschütteln sorgten, führt die Wiederausgrabung dieses Klassikers aus dem Jahr 1999 zu begeistertem Kopfnicken. Selten zuvor und danach wurde ein derarter skelettierter, minimalistischer elektronischer Entwurf von HipHop präsentiert, der verspielt und doch bewundernswert straight vorexerziert, was der Scheiß mit den Breakbeats eigentlich soll, falls das noch immer jemand nicht verstanden haben sollte.
Der zugleich dank Levi's-Spot zur Hitsingle avancierte "Flat Beat" ist auf der Originalplatte nicht mal enthalten, und das aus gutem Grund: Auf "Analog Worms Attack" findet sich ausschließlich massenuntauglicher HipHop-Genialismus, vollständig instrumental, knochentrocken und dennoch absurd witzig. Skeptiker mögen sich (oben!) die unsterbliche Größe von "No Day Massacre" zu Gemüte führen, oder wahlweise die ehrfurchtgebietende trockene Härte von "Smoking Tape" oder das verschlurfte Genie von "Monophonic Shit" bewundern.
Ewig gültige Empfehlung! IMO eines der besten Alben ever.
aufgepaßt: mühlviertler remix fast in aller munde! 140.000 Leute haben bereits "alloa bam fraunz" von den trackshittaz angeklickt! fast 18 mal mehr leute als in freistadt leben. das ganze ist in LEOPOLDSCHLAG (!!!) aufgenommen und gedreht worden. schon charmant die mühlviertler landschaft und das freistädter bier im video...
Alexej Andreew fotografiert die russische Metro und entführt uns per subtiler (und weniger subtiler) Photoshopperei zugleich in die Welt von HP Lovecraft: Metronomicon! (via io9 )
Genres sind nur eine Frage der Rezeptionsgeschwindigkeit. Aktuell macht eine Sounddatei ihre Runden, in welcher ein Lied der Teeniekrätzn Justin Bieber um 800% verlangsamt wurde - und voilá, aus dem Kopfwehschmalz wird im Handumdrehen ein recht passabler Ambient-Track:
Eingefallen ist das Ganze einem Herrn Shamantis, die verwendete Software nennt sich Paulstretch, sie ist frei ferfügbar und kann noch viel extremere Geschwindigkeitsänderungen erzeugen. Und auf Reddit gibt's bereits eine eigene Interessensgemeinschaft namens Slow It Up. Paulstretch gibt's hier. Ambient drones galore.
Es ist sicher heftig, quasi über Nacht zum Weltstar einer digitalen Subkultur aufzusteigen und dann in einem Gewaltakt die Welle des Erfolgs bis zur Erschöpfung zu reiten. Die Antwoord waren in Wien in der Pratersauna, die übrigens ganz offiziell eine ziemlich üble Location ist, auch ganz ohne Effen-Beteiligung.
Yolandi und Ninja haben 40 Minuten im ausverkauften Saal die Sau rausgelassen und ihr Programm abgespult. Dann war Schluss. Irgendwie verständlich, denn am Tourkalender stand kürzlich Tokio und nach dem Wiengastspiel gehts schon weiter Richtung Deutschland und London. So wie hier wars nicht, dafür ist die Location zu mickrig. Und mal ehrlich: Wieso zur Hölle sich echt so viele Menschen mit Poloshirt und Cocktail-Minikleidchen ausgerechnet hierhin verirrt haben, weiß der Geier.
Beim Weiterlesen ein paar fotografische Eindrücke. Stay Zef!
Fraktale. Gefährliche kleine Scheißerchen, zumindest wenn man seine geistige Gesundheit schützen will. Der Macher des obigen Videos sagt:
"I wanted to go further too, but at the end part a single frame took 18 minutes to render, and the whole 1:27 minute video needed 12 days nonstop rendering." (via BoingBoing )
Weil man leider nur zu selten hierzulande eine sinnvolle, unaufgeregte Meinung zu Themen der Webpolitik findet, hier ein anderer Blick auf die Google-Streetview-Debatte, die ja auch Österreich mit einer Harke gestreift hat. Was natürlich dann doch wieder böse ist an Google: Die Sache mit der Netzneutralität, die zu erklären in Österreich bisher nur die Futurezone so richtig hingekriegt hat.
Übrigens ist seit kurzem flattr in einer offenen Betaphase. Zur Erinnerung: Flattr, gegründet vom Pirate-Bay-Mitgründer Peter Sunde, soll freiwilliges Bezahlen von Kleinstbeträgen im Internet vor allem für Blogs oder andere Privatkünstler möglich machen - ein ernstzunehmendes Alternativmodell, um im Internet kleinen Künstler oder Autoren schnell und direkt etwas Anerkennung zu zeigen.
Wie es genau funktioniert, kann man auf der Homepage in einem Video nachsehen, die Kurzversion geht so: Ich bezahle im Monat einen von mir bestimmten Fixbetrag, zum Beispiel 10 Euro, auf mein Flattr-Konto ein und kann diesen gesamten Betrag an beliebig viele Seitenmacher verteilen, quasi als "Trinkgeld" oder kleine Anerkennung. Wenn ich im Monat 10x klicke, kriegt also jeder der von mir freiwillig Belohnten 1 Euro - wenn ich 2 mal klicke, kriegt jeder 5 Euro.
Wenn's funktioniert, gewinnt Kevin Kellys und Cory Doctorows Idee von den "1000 true fans" an Fahrt. Cross fingers.